Goldspur der Garben

Schauspiel nach der Novelle von Tschingis Aitmatow


Kirgisische Landschaften. Eine Frau im Zwiegespräch mit der Natur.
Tolgonai erzählt ihr Leben. Kinder werden geboren. Männer ziehen in den Krieg.
Versehrte Welt. Trotzdem Hoffen, Hoffen auf Menschlichkeit.
Ein uralter Vorgang. Eine Geschichte für heute.

„Goldspur der Garben“ ist in den weiten Landschaften der Kindheit Aitmatows angesiedelt. Die Novelle würdigt ihre Bewohner und deren Lebenserfahrungen. Über diese Heimatbezogenheit hinaus ist – kennzeichnend für die Mehrzahl seiner Werke – das Mystisch-philosophische ein tragendes Element, verbunden mit der Frage nach sozialen und sittlichen Idealen.

Aitmatows Novelle über eine Mutter, die durch den Krieg fast alles verliert und doch ihre Hoffnung auf Menschlichkeit nicht aufgibt, hat zeitlose Gültigkeit. Aitmatow stellt die Frage nach der Verantwortung des Menschen für den Zustand der Welt. Und gewinnt in dieser Grundsätzlichkeit erschreckende Aktualität.

Das Ensemble LX hat die kraftvolle Dichtung Aitmatows behutsam in ein Schauspiel für zwei Frauen übertragen. Erstmalig war diese dramatisierte Fassung auf der intimen Bühne des Kunsthauses sans titre zu erleben.


Premiere/Uraufführung: 23. August 2019 im Kunsthaus sans titre

Schauspiel: Barbara Schaffernicht, Ulli Gabe/Karen Schneeweiß-Voigt
Regie: Richard Jourdant
Dramaturgie: Richard Jourdant, Barbara Schaffernicht
Fotografie: Alexandra Macnaugthon
Technik: Moritz Siefert

Spieldauer: 75 Minuten ohne Pause

Referenzen:

„….In dieser erstaunlichen Inszenierung gelingt es, den Sinn von Aitmatows Novelle ins Allgemeingültige zu heben… Beeindruckend die schauspielerische Leistung in der Regie von Richard Jourdant: Barbara Schaffernicht als trauernde und zugleich kraftvolle Mutter Tolgonai führt ein Leben vor Augen, das trotz aller Verluste zukunftsweisend bleibt, in dem sie mit der Mutter Erde und ihren Mitmenschen in Verantwortung verbunden ist…. Zwei Frauen sind auf der Bühne in wechselnden Situationen spannungsvoll einander zugewandt. Kann Güte die Welt retten?"
Irmtraud Gutschke, Expertin für Werk und Leben Aitmatows, August 2019

„…Und das hat mir ganz besonders gefallen: dass zwei ältere Frauen ohne jede illustrierende Kostümierung, sondern ganz sie selber, sich den Dialog einer Bäuerin mit ihrem Feld zu eigen machen. Die theatralische Illusion entsteht vollkommen aus dem Wort, ergänzt durch sparsame Gesten… So kann einerseits die poetische Geschichte von Aitmatow ihre Bildkraft entfalten und andererseits bleibt die Geschichte ans Hier und Heute angebunden durch die starken Persönlichkeiten der Darstellerinnen. Dass den beiden das so gut gelingt, ist sicher auch der genauen und feinfühligen Regie von Richard Jourdant zu danken."
Boris von Poser, Regisseur und Autor, August 2019



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